Archiv für August 2011

„Aufrechterhaltung der Manneszucht“

Verfahren gegen Selbstverstümmler durch die nationalsozialistische Militärjustiz

Personen wurden aus unterschiedlichen Gründen von der NS-Militärjustiz verfolgt, gefoltert und ermordet. Die persönlichen oder politischen Motive zu bestimmen ist fast unmöglich, aber auch unnötig: Alle die auf die eine oder andere Weise „nicht mitgemacht“ haben, waren „Bremsklötze am Siegeswagen der Nation“. Eine kleine Gruppe – neben SaboteurInnen, Deserteuren, Wehrdienstverweigerern – waren Personen, die sich selbst verletzten/schädigten um nicht (weiter) dienen zu müssen. In Wien wurde vor allem ab 1944 konzentriert Jagd auf diese Gruppe „die Hand an sich selbst legten und so die Manneszucht gefährdeten“ gemacht, Netzwerke aus DenunziantInnen und InformantInnen gesponnen, infiltriert und gefoltert.

In dieser Veranstaltung wollen wir die verschiedenen Formen der Selbstverstümmelung darstellen, die wenigen vorhanden Geschichten von Selbstverstümmlern erzählen. Daneben soll Selbstverstümmelung als Form der Entziehung im Kontext der NS-Militärjustiz genauer betrachtet werden und auch einige basics zur NS-Militärjustiz transportiert werden.
26. August 2011, 19:00
Ernst-Kirchweger-Haus (Medienwerkstatt, 2.Stk)

thematisch dazu passend gibts auch gleich eine Stadtrundfahrt:

Stadtspazierfahrt (mit Fahrrad)

Route: Hardtmuthgasse (zentrale Haftanstalt) > Krankenhaus Rudolfstiftung (Cafe neben Lazarett als Treffpunkt von Selbstverstümmlern) > Rossauerkaserne (Verhöre/Folter Wehrmachtsstreife) > Arbeiterstrandbad (Treffpunkt von Selbstverstümmlern) > Donaupark Kagran (Hinrichtungsort)
28.August 2011, Treffpunkt: 15:00
10.Bezirk, Hardtmuthgasse Ecke Suchenwirtplatz

(je nach Wetter, Laune und Puste wird die Strecke angepasst oder verkürzt.)

Flyer