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Winterpause und In Memoriam

Die Ausstellung ist abgebaut und die Rehabilitierung der Verfolgten der NS-Militärjustiz beschlossen – und somit im juristischen Bereich abgeschlossen. Bezüglich der Orte der NS-Militärjustiz in Wien gibt es zwar viel zu tun, der Winter ist aber nicht gerade die einladenste Jahreszeit für Stadtspaziergänge und -fahrten. Für Gruppen unter 100 Personen legen wir also die Stadtspaziergänge bis zum Frühjahr auf Eis.

In Memoriam Herbert Exenberger.
Zur kalten Jahreszeit passt, dass wir auf das Ableben von Herbert Exenberger hinweisen möchten.
Die Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus und deren Aufarbeitung hat eine wichtige Stütze verloren.
Stellungnahme DÖW/Stellungnahme Wolfgang Neugebauer

6. Stadtspazierfahrt mit Rad

Einladung:

Sonntag, 18.10.09 // 15.00
6. Stadtspaziergang (eigentlich -fahrt!) mit Rad

Treffpunkt: U1 Station Alte Donau, Ausgang Arbeiterstrandbadstraße

Der AK Denkmalpflege lädt zur 6. Stadtspazierfahrt ein, um das Netzwerk der NS-Militärjustiz aus Verfolgung, Verhaftung und Verurteilung zu erforschen. Selbstverstümmler, Wehrkraftzersetzer_innen, Hoch/Landes/Kriegsverräter_innen, Deserteur_innen und viele Andere – es gibt nicht viele Orte, um den Opfern der NS-Militärjustiz zu gedenken.

Route: Schießplatz Kagran > Hohenstauffengasse > Landesgericht > Rossauer > vll noch andere Orte.

Broschüre unter: Material

Oktober-Termine

Im Oktober gibts einiges an Terminen zu bewerben.

Zu allererst ist auf die auslaufende Ausstellung zu verweisen. Die Ausstellung im Nestroyhof ist noch bis 11.10.09 (nicht 15.10.09!) zu sehen. Mehr Infos zur Ausstellung

Im Rahmen des kinoki-Kinos wird am 7.10.09 der Film „Vrnitev/Die Rückkehr“ gezeigt (SLO 1976. Regie Anton Tomašič, Buch Janko Messner, Produzent Ljubljana-RTV, 59 min., Video, slowenisch/deutsch). Ort: Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien, Beginn: 19.00 Uhr. Mehr Infos auf der kinoki-Seite bzw. als Kopie hier.

Am Sonntag den 11.10.09 wird am Schießplatz Kagran wieder die jährliche Gedenkfeier stattfinden. Für Wien stellt diese Veranstaltung die einzige würdige Gedenkveranstaltung dar, um den Opfern der NS-Militärjustiz zu gedenken.
Ort: Gedenkstein im Donaupark, an der Arbeiterstrandbadstraße Höhe Parkplatz Strandbad Alte Donau, 1220 Wien, Beginn: 11.00 Uhr
Mehr Infos zur Veranstaltung hier und hier.

Am Tag davor, Samstag den 10.10.09, findet in Krems so etwas ähnliches statt: Eine selbstverständliche Denkmalsetzung für Deserteure. So selbstverständlich das in Österreich ist, so selbstverständlich ist auch, dass sich diese Aktion über Teilnahme und Support freuen wird. Mehr Infos hier.

Gerade rechtzeitig zum Ende der Ausstellung gibts im Rahmen des wöchentlichen que[e]r-Beisls in der W23 eine Diskussion mit den Initiatoren. Mehr Infos hier, zur W23hier.

Und am 18.10.09 findet um 15.00, nach langer Septemberpause, endlich wieder ein Stadtspaziergang statt. Diesmal gehts nach Kagran und in die Innenstadt. Genaue Route hier.

Denkmal für Opfer der NS-Militärjustiz am Heldenplatz, 11. September 2009

Heute haben wir ein temporäres Denkmal für Opfer der NS-Militärjustiz am Wiener Heldenplatz aufgestellt. Dargestellt war eine leere rechteckige Klammer als Symbol für das Fehlen eines (echten) Denkmals bzw. einer Gedenkstätte für Deserteure der NS-Wehrmacht und andere Verfolgte der nationalsozialistischen Militärjustiz. Außerdem stellt sie die unzureichende Auseinandersetzung mit dem Thema dar, sowie die nach wie vor nicht vollständige Rehabilitierung der Betroffenen. Bei der Enthüllung der Installation waren sowohl Aktivist_innen des AK-Denkmalpflege beteiligt, als auch einige Politiker_innen der Grünen, die sich seit einiger Zeit mit dem Thema befassen, wie auch Mitarbeiter_innen des Personenkomitees Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz, die die aktuell laufende Ausstellung „Was damals Recht war…“ im Nestroyhof organisiert haben. Wir haben uns bewusst für eine zeitlich begrenzte Installation entschieden, da wir die Errichtung eines ständigen Mahnmals nicht als unsere Aufgabe, sondern als die der zuständigen Behörden (Justizministerium, Stadt Wien…) sehen.

Pressespiegel

Hier ein paar Fotos von der Aktion:
Foto: AK Denkmalpflege

Foto: AK Denkmalpflege

Foto: AK Denkmalpflege
David Ellensohn (Stadtrat, Grüne Alternative) und Dr. Friedrun Huemer (Stadträtin i.R.)

Foto: AK Denkmalpflege

Dr. Friedrun Huemer (Stadträtin i.R.)

Foto: AK Denkmalpflege

Foto: AK Denkmalpflege

Bericht vom Aktions-Stadtspaziergang

Während dem heutigen Aktions-Stadtspaziergang wurden an allen besuchten Orten der NS-Militärjustiz Gedenkinstallationen angebracht.

foto nig3
Das heutige NIG/Neues Institutsgebäude der Uni-Wien war früher die Stadtkommandantur der Wehrmacht in Wien. Dort fanden wahrscheinlich Verhöre und Angebote zur Denunziation statt. Es gibt keine Aufarbeitung, kein Gedenken. Die Tafel hing keine drei Stunden. Mehr unter Stadtspaziergang.

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Das heutige Landesgericht war im Nationalsozialismus Ort hunderter Verhöre und Enthauptungen für Opfer der NS-Militärjustiz. Ein Gedenkraum besteht, ist aber schwer zugänglich und beinhaltet unvollständige Listen. Es gibt keine sichtbares Aufarbeitung, kein lebendiges Gedenken. Mehr unter Stadtspaziergang.

rossauer1
Die Rossauer Kaserne war im Nationalsozialismus Standort der Wehrmachtsstreife und als solcher Ort von Verfolgung, Folter und Verhören. Es gibt keine Aufarbeitung dieser Geschichte und kein Gedenken. Mehr unter Stadtspaziergang.

hohenstauffengasse
Die Außenstelle des Bundeskanzleramts war Standort mehrerer dutzend NS-Militärrichter, darunter Blutrichter wie Schwinge, Breitler, Everts. Es gibt keine Aufarbeitung dieser Geschichte und kein Gedenken. Mehr unter Stadtspaziergang.

Wir danken den TeilnehmerInnen des Aktions-Stadtspaziergangs.

AK Denkmalpflege auf Radio Orange

Studiogespräch mit VertreterInnen des AK Denkmalpflege zur NS-Militärjustiz
Radio Orange, das freie Radio in Wien. (Im Raum Wien auf UKW 94.0, im Telekabel auf 92.7 und weltweit im Internet.)

Heute, Samstag 20:00-21:00

Themen, die u.a. in der Sendung besprochen wurden
- Was macht der AK-Denkmalpflege, wie ist er entstanden, wohin gingen die Stadtspaziergänge
- Blinde Flecken in der Vergangenheitspolitik, z.B. Frauen und die NS-Militärjustiz
- Was wurde aus den Richtern der NS-Militärjudikatur
- Ankündigung der Ausstellung „Was damals Recht war …“ – Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht
- Nächster Stadtspaziergang (Sonntag, 6.9.09)

Da die Sendung voraufgezeichnet wurde, gibt es sie auch schon online: Mitschnitt

Aktions-Stadtspaziergang

5. Stadtspaziergang: 6.9.09 // 15.00, Treffpunkt Votivkirche (zu Fuß begehbar)

In einem diesmal aktionistischen Stadtspaziergang sollen nicht nur die Orte besucht, sondern auch kurzfristige Gedenk-Installationen angebracht werden. Dies soll eine Intervention darstellen um die jahrzentelange Nicht-Thematisierung der Verfolgung durch die NS-Militärjustiz aufzuzeigen. Zwar können wir damit keine permanenten Mahnmale erschaffen, jedoch können wir damit auf das Fehlen und eine mögliche Umsetzung hinweisen. Auch wollen wir uns in einem Land, in dem in jedem Kaff ein Kriegerdenkmal steht, den Raum nehmen, um Leuten zu gedenken, die je nach ihren Möglichkeiten Wege der Sabotage oder Entziehung von der Pflicht gesucht haben.

Diesmal beginnen wir mit dem Neuen Universitätsgebäude (NIG), der ehemaligen Wehrmachtskommandatur und gehen dann zum Landesgerichtshof, in dem zahlreiche Verurteilungen und Hinrichtungen stattfanden. Weiter geht es zur Rossauerkaserne, einem Ort der Folterungen und des jetzigen pro-österreichischen NS-Gedenkens. Danach sehen wir in der Hohenstauffengasse das damalige Divisionsgericht des Ersatzheeres und gehen schließlich zur letzten Station des Spaziergangs, der Feuerwehrzentrale am Hof, einem Ort mit ambivalentem Gedenken.

Dank und Anerkennung dem antifaschistischen Widerstand.

Broschüre unter Material [Update: mittlerweile aktualisierte 4.Version]

Aktionsplenum

Der AK Denkmalpflege hat seit dem Frühjahr 2009 eine Auseinandersetzung mit Deserteuren und anderen Opfern der NS-Militärjustiz forciert. Interessierte konnten sich ein Bild von der Thematik machen, sich mit dem unklaren, unreflektierten oder unzureichenden Forschungsstand auseinandersetzen und sich weitergehenden Fragestellungen (Denkmäler? Deserteurinnen? Widerstand?) zuwenden. Wir finden es an der Zeit unsere Auseinandersetzung mit Aktionen zu beschließen.

Wir laden deshalb zu einem Aktionsplenum ein zu dem alle Interessierten eingeladen sind, ganz unabhängig von der bisherigen Auseinandersetzung mit dem Thema. Ziel soll es sein gemeinsame Aktionsmöglichkeiten zu finden, wie wir unser Anliegen in der Öffentlichkeit unterbringen können – und somit unseren Ärger über Österreich mit all seinen Nazis sowie unseren Dank für alle die sich der NS-Maschinerie entzogen haben zum Ausdruck zu bringen.

Es bleibt dabei:
1-2-3-viele-Deserteursdenkmäler. Am Heldenplatz, am Stephansplatz, in jedem Kaff.
Dank und Anerkennung dem antifaschistischen Widerstand.

Aktionsplenum: Fr 21.8.09, 16.00, i:da, Zwölfergasse 9, 1150 Wien

4. und 5. Stadtspaziergang

4. Stadtspazierfahrt: 23.8.09 // 15.00, Treffpunkt mit Rad am Reumannplatz beim antifaschistisches Denkmal.

Die Tour wird in Favoriten die Orte Hartmuthgasse und Trostkaserne umfassen, und dann weiterführen in den Ersten Bezirk zur Hohenstauffengasse, dem Landesgerichtshof und der Rossauer Kaserne.

5. Stadtspaziergang: 6.9.09 // 15.00, Treffpunkt Votivkirche (zu Fuß begehbar)

Diesmal beginnen wir mit dem Neuen Universitätsgebäude (NIG), gehen dann zum Landesgerichtshof, und über die Rossauerkaserne zur Hohenstauffengasse und Am Hof.

Broschüre unter Material [Update: mittlerweile aktualisierte 4.Version]

Homepage zur Ausstellung

Schlußendlich gibts doch noch eine fertige Hompage zur Ausstellung, was schon Zeit wurde. Unter deserteure.at finden sich jede Menge Informationen zur Ausstellung, das PK Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz und spezifischen österreichischen Spezifika der Thematik.

Ab 1. September 2009 ist die Wanderausstellung »Was damals Recht war…« im Wiener Nestroyhof zu sehen.

www.deserteure.at