Wanderausstellung
1.Sept. bis 11. Okt 2009
„Was damals Recht war…“
Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht

Ab 1. September 2009, auf den Tag genau 70 Jahre nach dem Überfall der Wehrmacht auf Polen und somit Kriegsbeginn des 2.Weltkriegs, eröffnet eine Ausstellung im Wiener Nestroyhof. Die als Wanderausstellung konzipierte Schau ist bereits durch mehrere dt. Städte gereist und wird mit geringer Anpassung auch in Österreich gezeigt.

Ziel der Ausstellung ist es, die Tiefe des Themas breit zu kommunizieren und eine späte Würdigung der Frauen und Männer zu erreichen, die Opfer der NS-Militärjustiz wurden. Daneben werden auch Richterkarrieren dargestellt – Everts, Schwinge und Breitler, von denen unter ‚Thema‘ schon zu lesen war, kommen also ebenso zu der „Würdigung“, die ihnen zusteht.

Die gesellschaftliche Basis für die Ausstellung gestaltet sich etwas prekär, da Deserteure zwar durch das Anerkennungsgesetz 2005 ‚formal‘ rehabilitiert wurden, es aber ein verschwindendes Wissen – auch bei den Rehabilitierten – darüber gibt. In weiten Teilen der österreichischen Bevölkerung gelten Deserteure der Wehrmacht immer noch als Feiglinge und Verräter – und nicht nur für Leuchten wie Bundesrat Siegfried Kampl als „Kameraden­mörder“. Dazu passt, dass die Ausstellung nur auf sehr beschränkte Mittel und staatliche Unterstützung zurückgreifen kann.

Die Ausstellung befasst sich umfassend mit dem Thema, etwa

  • Lage und Verfolgung im NS inkl. Strafvollzug
  • Opfergeschichten und Täterbiographien
  • Kampf um die Rehabilitierung nach 1945 bis 2005 und danach
  • Die dt. Version wird in der österreichischen version in wesentlichen Punkten angepasst, also vor allem österreichische Opferbeispiele und Täterbiographien ausgearbeitet.

    Die Ausstellung wird für eineinhalb Monate (1.Sept. bis 11. Okt 2009) gratis zu besuchen sein und im Theater Nestroyhof – Hamakom stattfinden.

    Mehr Infos zur Ausstellung auf der Ausstellungshomepage.

    Material:

    Faltbroschüre für die österreichische Ausstellung
    Faltbroschüre für die dt. Ausstellung
    Pressemappe für die dt. Ausstellung